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Etsche

Bericht aus der Ballhupe 1/82

Um die Nürburg – wirklich anders

Bevor ich die Reise in die Eifel machte, gab es böse Gerüchte, die besagten, dass man bei dieser Veranstaltung die Sümpfe und Morastseen der Eifel genauestens kennenlernen könnte. Unter dem Motto: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, setzte ich mich in Bewegung und kam nach 3 ½ Std. im Start- und Zielort Insul bei Dümpelfeld an. Es herrschte schon reger Betrieb im Lokal bei Marlene.

Nervöse Hektik nach der Kartenausgabe: Strecke einzeichnen, Zeiten ausrechnen, Kugelschreiber und Uhr zurechtlegen, Zeitvergleich, alles wetterfest einpacken, Regenzeug überziehen, Startvorbereitungen am Motorrad.

Noch wenige Minuten bis zum Start. Die Klasse 1 war schon unterwegs, als ein XT-Fahrer mir anbot, zusammen zu fahren. „Damit Du auch mal was lernst“, war sein Kommentar. Warum auch nicht, vier Augen sehen mehr als zwei. Gesagt, getan.

In Serpentinen ging es zunächst bergan. Auf der Höhe angekommen, begann ein glitschiger Feldweg und hinter einer Kurve waren schon 3 Mann damit beschäftigt, ein Motorrad aus dem zentimetertiefen Schlamm zu heben. An einer Steigung lag der nächste quer zur Fahrbahn. Ich half dem Unglücklichen, wieder in Fahrtrichtung zu kommen, und wir beide mogelten uns an weiteren Hindernissen vorbei. Plötzlich sahen wir jede Menge Motorräder im Feld herumkurven, der Grund war eine GZK (Geheime Zeitkontrolle), die zweimal angefahren werden musste. Endlich hatten wir wieder Asphalt unter den Rädern und kamen gut voran. Trotzdem war die vorgegebene Zeit an der ersten ZK (Zeitkontrolle) um 10 Minuten überschritten; das kostet uns einige Strafpunkte. Schnell einen Stempel geben lassen und ab ging die Post. Wo waren wir überhaupt? Ein genauen Blick auf unsere mitgeführte topographische Streckenkarte gab Auskunft. In diesem Augenblick flitzte wie ein geölter Blitz ein grünes Gespann an uns vorbei. Es war Martin, mit Werner im Boot. Wir erreichten den Scheitelpunkt der Strecke und es ging zur Kasselburg hinauf. Zum Photos machen reichte leider nicht die Zeit. Gemeinsam kamen wir an der Stelle, wo in der Karte die zweite ZK eingetragen war, nur war keine zu sehen. Auf der Suche nach dieser passierten das, was schon lange fällig war: mein Vordermann stoppte sein Fahrzeug und mein Krad schmierte beim Bremsen auf morastigem Boden hinten weg. Das Motorrad schlug hart auf und bei meinem Flugversuch stand der linke Spiegel im Weg, was mein Regenkombi mit einem lauten „ratsch“ quittierte. Das Moped hatte sich sichtlich etwas verformt aber mir ging es gut, so dass die Fahrt weiter gehen konnte. Lautes Gehupe führte uns dann zur gesuchten ZK, wo mein Begleitschutz die ersten Proteste verlauten ließ. Zwei alte Straßenführungen dienten zur Orientierungskontrolle (OK) und über die Orte Aremberg, Eichenbach, Wershofen und Schuld ging es bei einsetzender Dämmerung zurück nach Insul.

Während die Auswertung lief, suchten wir unser Nachtquartier auf, um uns salonfähig zu machen. Sichtlich ärgerlich machte sich Frank auf den Nachhauseweg als durchsickerte, dass er um einige Minuten die Karenzzeit einer ZK überschritten hatte und so aus der Wertung genommen wurde. An der betreffenden ZK hatte man ihm versichert, damit noch in die Wertung zu kommen und daraufhin die Zeit in die Bordkarte eingetragen. Nach drei Std. Warten endlich Siegerehrung. Von 28 Startern waren 18 in Wertung.

Der Abend klang noch in gemütlicher Runde aus. Gelernt habe ich auch was: man nehme eine geländegängige Maschine (Enduro), den Fahrer in Moto-Cross-Manier verpackt, der nicht aus der Ruhe zu bringen ist trotz der fehlerhaften Organisation. Dieses kann die Unkosten senken und der Spaß an der Sache bleibt bestehen.

„Etsche“

 

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